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Ratten & Mäuse Durch kurze Vermehrungszeiten, hohe Nachkommenzahlen und fehlende Feinde können Schädlinge schnell große Mengen an wertvollen Materialien und Lebensmitteln zerstören oder verunreinigen. Dies trifft nicht nur auf Gesundheitsschädlinge (z.B. Schaben, Pharaoameisen, Ratten, Mäuse) zu, auch andere Tierarten (z.B. Marder, Wespen) können in unseren Lebensbereichen sehr lästig werden. Durch manche der unerwünschten tierischen Eindringlinge können Krankheiten übertragen werden. Besonders Nager und einige Insekten sind deswegen gefürchtet.

Von Ratten und Mäusen übertragene Krankheitserreger
| Viren |   | Krankheit | | Hanta Virus |   | Haemorrhagisches Fieber | | Tollwut-Virus |   | Tollwut | |   |   |   | | Bakterien |   |   | | Rickettsia typha |   | Typhus | | Coxiella burnettii |   | Q-Fieber | | Borrelia burgdorferi |   | Borreliose | | Leptospira icterohaemorrhagiae |   | Leptospirose | | Salmonella typhimurium |   | Salmonellose | |   |   |   | | Protozoen |   |   | | Toxoplasma gondii |   | Toxoplasmose | |   |   |   | | Würmer |   |   | | Trichinella spiralis |   | Trichinose |

Ratten- und Mäusebekämpfung Ratten und Mäuse findet man überall, wo Nahrung und Verstecke vorhanden sind. Die Verfügbarkeit der Ressourcen bestimmt die Populationsdichte der Tiere. Unter sehr guten Lebensbedingungen kann ein einziges Mäusepaar über 2000 Nachkommen im Jahr produzieren, ein Rattenpaar etwa 800.
Das Ziel der Bekämpfungsmaßnahme ist immer die vollständige Befreiung und Freihaltung der betroffenen Räumlichkeiten, da jede noch so kleine Restpopulation von Nagern einen raschen Wiederbefall verursacht.

Bekämpfungsmethoden Der Erfolg einer Rattenbekämpfungsmaßnahme hängt ganz wesentlich von der sorgfältigen Vorbereitung und Durchführung ab. Dazu gehören die Befallsermittlung im gesamten Bereich, eventuell mit Vorköderung, die Köderauslage in ausreichender Menge an allen Befallsstellen, so lange, bis keine Annahme mehr erfolgt sowie die Erfolgskontrolle, eventuell mit Nachköderung Idealerweise sollte nach einer zweiwöchigen Bekämpfungsphase kein Köder mehr aufgenommen werden und auch die Nachköderung mit zum Beispiel unbegifteten Haferflocken die Befallstilgung bestätigen. Dies gelingt nicht, wenn Resistenz gegenüber dem verwendeten Wirkstoff in der Population vorhanden ist, oder wenn der Köder nicht in ausreichender Menge aufgenommen wird. Zur Bekämpfung eines aufgetretenen Befalls, wägen wir je nach Objekt die Methode, den Köder und die Art der Formulierung ab.
Wichtig ist es auch, die Art der Nager zu bestimmen, da die Ausbringung und die Zusammensetzung der Köder davon abhängt, ob es sich um Hausmäuse, Haus- oder Wanderratten handelt. Daher wird unser Servicemitarbeiter bei der Erstbegehung diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit widmen und dann seine Vorgehensweise darauf abstimmen. Neben dem Einsatz von Ködern muß parallel dafür gesorgt werden, dass damit in Konkurrenz stehende Fraßmöglichkeiten (etwa gelagerte Lebensmittel, Abfälle) so gut wie möglich abgedichtet oder für die Nager unzugänglich aufbewahrt werden.
Rodentizider Fraßköder
Verwendet werden Fraßköder, die bei Aufnahme über das Verdauungssystem die Blutgerinnung der Tiere stören, so dass sie innerlich verbluten. Dies ist der unter Tierschutzgesetzrichtlinien humanste Weg, diese Tiere zu töten. Der Tod gleicht einem Alters- bzw. Schwächetod. Da diese Wirkstoffe auch für den Mensch und seine Haustiere potent sind (auch Sekundärvergiftungen durch gefressene Mäuse möglich) empfehlen wir dringend, von einer Bekämpfung durch Laien und nicht ausgebildetes Personal, abzusehen.
Einen dauerhaften Erfolg bringt deshalb gemäß unserer Erfahrungen ein entsprechender Wartungsvertrag, der nicht nur die Lösung des Problems beinhaltet, sondern auch als Vorsorgemaßnahme verhindert, dass sich neue Schädlinge in Wertstoffen oder in Lebensmitteln manifestieren können. Ein solche Strategie hilft, auf Dauer Kosten zu sparen.

Köderscheu Wanderratten folgen bei ihrer Nahrungswahl lokalen beziehungsweise rudelspezifischen Traditionen. Bestimmte (Nahrungs- )Vorlieben werden durch soziales Lernen an die Nachkommen weitergegeben. So ist es erklärlich, dass manche Köder in der einen Population sofort angenommen werden, in einer anderen die Aufnahme aber nur zögerlich erfolgt. Auf landwirtschaftlichen Betrieben kann man in vielen Fällen die Köderannahme deutlich verbessern, wenn man das hofeigene Futter anbei gibt, das die Ratten gewöhnt sind, als Ködergrundlage verwendet.
Nachweis der Nageraktivität mit Hilfe von Spurenflächen. Die Methodik erlaubt eine vom Köderverzehr unabhängige Einschätzung des Bekämpfungserfolges. Die Verfügbarkeit attraktiver Nahrungsalternativen beeinträchtigt jedoch zwangsläufig jede Bekämpfungsmaßnahme. Deshalb sollte alles daran gesetzt werden, diese Futterquellen, soweit irgend möglich, zumindest während der Bekämpfungsaktion für Ratten unzugänglich aufzubewahren
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Damit aus schlechter Köderannahme nicht irrtümlich auf Resistenzprobleme geschlossen wird, ist es wichtig, die Menge des Köderverzehrs im Verlauf einer Bekämpfungsaktion möglichst genau zu beobachten. Da Nager neue Futterquellen erfahrungsgemäß nur zögernd annehmen, kann es sinnvoll sein, mit giftfreiem Material (zum Beispiel Haferflocken) vorzuködern, so dass sich die Tiere an ausreichende Nahrung am gleichen Platz gewöhnen. Nach etwa einer Woche wird der Vorköder dann durch den Giftköder ersetzt. Unter anderem kann durch diese Vorgehensweise einiges an Giftködermaterial eingespart werden, wenn die Nager ihn sofort gut annehmen. Außerdem werden so Attraktivitätsunterschiede zwischen Vor- und Giftköder sofort offensichtlich. Neben der Beobachtung des Köderverzehrs sollten jedoch weitere Indikatoren zur Beurteilung der Rattenaktivität herangezogen werden. Dazu gehören neben frischem Kot vor allem Trittsiegel in Staub, Sand oder feuchter Erde. Dabei ist es hilfreich, in der Nähe der Köderstationen eine Schicht Silbersand oder Talkum auszustreuen die regelmäßig kontrolliert und wieder glatt gezogen wird (Abb. links). Falls Löcher (Baueingänge) vorhanden sind, sollten diese verschlossen werden, um zu kontrollieren, ob sie von den Nagern wieder geöffnet werden. Erst wenn sowohl der Köderverzehr als auch die Rattenaktivität gegen Null tendieren, kann man mit ausreichender Sicherheit auf eine erfolgreiche Befallstilgung schließen. Eine abschließende Erfolgskontrolle mit giftfreiem Köder sollte dieses Ergebnis bestätigen.

Schlussfolgerungen In einem begrenzten Gebiet in Nordwestdeutschland sind die Wirkstoffe Warfarin, Coumatetralyl, Bromadiolon und zu einem geringen Anteil Difenacoum von Resistenz bei der Wanderrattenbekämpfung betroffen. Mit Ausnahme von Ostwestfalen gibt es aus Deutschland außerhalb dieses Resistenzgebietes keine Hinweise auf Resistenzprobleme.
Stabilisiert sich nach zwei bis drei Bekämpfungswochen der Befall auf einem bestimmten Niveau, obwohl der Köder angenommen wird und kein ständiger Neuzulauf erkennbar ist, dann ist es wahrscheinlich, dass die Tiere gegenüber dem Wirkstoff resistent sind. Der Wirkstoff muss dann gewechselt werden. Uneingeschränkt wirksam sind in Deutschland nach derzeitigem Erkenntnisstand gegen Wanderratten die Wirkstoffe Brodifacoum, Rocoumafen und Difethialon.
Wo begründeter Verdacht auf Resistenz besteht, sollten diese Wirkstoffe bevorzugt zur Anwendung kommen. Der Anwender sollte sich jedoch der höheren Toxizität dieser Wirkstoffe bewusst sein und alle Sicherheitsrnaßnahmen strikt einhalten. Wird im Verlauf der Bekämpfung deutlich, dass der Köder schlecht angenommen wird, muss eine andere Ködergrundlage verwendet werden, wobei die Gegebenheiten des jeweiligen Biotops besonders zu berücksichtigen sind.
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